Empfehlungsprogramme und App-Store-Regeln: Was Apple erlaubt

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Deine Nutzer sollen Freunde einladen, und du willst dich dafür bedanken. Dann liest du in einem Forum von jemandem, der genau dafür abgelehnt wurde – und fragst dich, ob ein Empfehlungsprogramm in einer iOS-App überhaupt erlaubt ist.

Es ist erlaubt. Aber Apple zieht ein paar Grenzen, die man leicht aus Versehen überschreitet. Dieser Artikel geht die Richtlinien durch, die wirklich gelten (mit Abschnittsnummer und Originalwortlaut), zeigt, was App Review in der Praxis abgelehnt hat, und endet mit einer Checkliste für vor dem Einreichen.

Hinweis: Das ist eine praktische Zusammenfassung für Entwickler, keine Rechtsberatung. Die Zitate stammen aus Apples App Review Guidelines mit Stand 8. Juni 2026, im englischen Original; Apple bietet auch eine deutsche Fassung an. Die Richtlinien können sich jederzeit ändern – prüf den aktuellen Text, bevor du veröffentlichst.

Die Kurzfassung

Mechanik Status Warum
Belohnung für die Person, die einlädt (Punkte, Gratismonat, Provision) Erlaubt App Review hat das ausdrücklich bestätigt (siehe unten)
Belohnung für die eingeladene Person nur fürs Installieren oder Registrieren Riskant – wurde abgelehnt Gilt als Anreiz für Downloads
Premium-Funktionen per eigenem Empfehlungscode statt In-App-Kauf freischalten Abgelehnt Richtlinie 3.1.1
Rabatt für die eingeladene Person über Apples Angebotscodes Erlaubt Apples eigener Mechanismus für vergünstigte Abos
Bewertung, Rezension oder Download einer anderen App als Bedingung für die Belohnung Abgelehnt Richtlinie 3.2.2(x)
Ganzes Adressbuch hochladen und alle anschreiben Abgelehnt Richtlinie 5.1.2(v)
Fake-Accounts, Selbstempfehlungen, gekaufte „Empfehlungen" Abgelehnt, kann den Developer-Account kosten Richtlinie 5.6.3

Die Richtlinien, die gelten

3.1.1 – Belohnungen, die digitale Inhalte freischalten, laufen über In-App-Kauf

Der häufigste Weg, mit einem Empfehlungsprogramm abgelehnt zu werden: Ein Code schaltet etwas frei, wofür Nutzer sonst bezahlen würden. Richtlinie 3.1.1 ist eindeutig:

„If you want to unlock features or functionality within your app, (by way of example: subscriptions, in-game currencies, game levels, access to premium content, or unlocking a full version), you must use in-app purchase. Apps may not use their own mechanisms to unlock content or functionality, such as license keys, augmented reality markers, QR codes, cryptocurrencies and cryptocurrency wallets, etc."

Ein selbstgebauter Empfehlungscode, der „30 Tage Pro" aktiviert, ist genau so ein eigener Mechanismus. Soll die Belohnung ein Premium-Zugang sein, liefer ihn über Apples Werkzeuge aus – einen Angebotscode für Abos oder ein Werbeangebot –, nicht über eigene Freischalt-Logik.

3.2.2(x) – Store-Aktionen dürfen nicht der Preis der Belohnung sein

Abschnitt 3.2.2 listet unzulässige Geschäftsmodelle. Punkt (x) ist der, an dem Empfehlungsprogramme hängen bleiben:

„Apps must not force users to rate the app, review the app, download other apps, or other store-related actions in order to access functionality, content, or use of the app. Apps may otherwise incentivize users to take specific actions within apps (e.g. completing a level, watching an ad)."

Entscheidend ist der zweite Satz: Eine Aktion innerhalb deiner App darfst du belohnen. Einen Freund aus einem In-App-Screen einzuladen, ist so eine Aktion. Eine 5-Sterne-Bewertung gegen Belohnung ist es nicht.

5.6.3 – Discovery Fraud nennt Empfehlungen ausdrücklich

Der Developer Code of Conduct ist kurz und deutlich:

„Manipulating any element of the App Store customer experience such as charts, search, reviews, or referrals to your app erodes customer trust and is not permitted."

Gemeint ist Manipulation: Fake-Accounts, Nutzer, die sich selbst empfehlen, gekaufte Installationen von einer „Empfehlungsfarm". Ein echtes Programm, bei dem echte Nutzer echte Freunde einladen, ist kein Discovery Fraud – aber dein Programm braucht eine Grundsicherung, damit es keiner wird. Mindestens: Selbstempfehlungen blockieren und nicht auszahlen, bevor die Erstattungsfrist vorbei ist.

5.1.2(v) – Kontakte nur für einzelne, selbst ausgelöste Einladungen

Liest dein Einladungs-Screen das Adressbuch, gilt diese Regel:

„Do not contact people using information collected via a user's Contacts or Photos, except at the explicit initiative of that user on an individualized basis; do not include a Select All option or default the selection of all contacts."

Das sichere Muster ist das iOS-Teilen-Menü: Der Nutzer wählt eine Person und einen Kanal, die Nachricht ist seine. Kein Hochladen von Kontakten, kein „alle einladen". Für Deutschland kommt das Wettbewerbsrecht dazu: Nachrichten an Personen, die nicht eingewilligt haben, sind auch dann problematisch, wenn sie über einen Nutzer verschickt werden.

Das Problem mit der Belohnung für Eingeladene

Hier entsteht die meiste Verwirrung. Wörtlich steht in den Richtlinien nirgends „du darfst die eingeladene Person nicht belohnen". Aber im Februar 2021 hat App Review eine App nach 3.2.2 mit dieser Begründung abgelehnt, zitiert in einem Thread im Apple Developer Forum:

„While rewarding the invitation sender with points or other digital content is acceptable, the person receiving the invitation should not receive any rewards for downloading or registering an account to use your app. Incentivizing downloads has a direct influence on the App Store user reviews or chart ranking."

Daraus folgen zwei Dinge:

  1. Die einladende Person zu belohnen, ist ausdrücklich in Ordnung. Das ist der Kern jedes Empfehlungsprogramms.
  2. Die eingeladene Person fürs Herunterladen oder Registrieren zu belohnen, ist das Risiko. Im selben Thread weisen Entwickler darauf hin, dass große Apps trotzdem „gib 10 €, bekomm 10 €"-Programme betreiben. Manche belohnen eine spätere Aktion (einen ersten Kauf, eine erste Einzahlung) statt der Installation, manche werden schlicht anders behandelt. Du willst nicht der Testfall sein.

Willst du trotzdem ein zweiseitiges Programm, koppel den Vorteil der eingeladenen Person an etwas anderes als den Download – zum Beispiel einen vergünstigten ersten Zeitraum über einen Apple-Angebotscode, der beim Abschluss des Abos greift.

Die einladende Person belohnen: drei Wege, die funktionieren

1. In-App-Belohnungen über Apples Mechanismen. Ein Gratismonat oder zusätzliche Credits, vergeben als Werbeangebot oder Angebotscode, bleiben innerhalb der In-App-Kauf-Regeln.

2. Eine Geldprovision, außerhalb der App ausgezahlt. So funktionieren Affiliate- und Creator-Programme: Die einladende Person bekommt einen Anteil dessen, was die von ihr geworbenen Nutzer zahlen, und du zahlst das selbst aus – per PayPal, Wise oder Überweisung. In der App wird nichts freigeschaltet, 3.1.1 greift also nicht, und die Belohnung geht an die einladende Person, was App Review als zulässig bezeichnet hat.

3. Status oder Anerkennung. Abzeichen, Bestenlisten und früher Zugang sind unproblematisch, solange sie keine kostenpflichtigen Funktionen freischalten.

Egal welchen Weg du wählst: Beschreib das Programm im Feld Notes for Review in App Store Connect. Richtlinie 2.3.1(a) verlangt, dass neue Funktionen „described with specificity" werden, und ein Reviewer, der das Programm versteht, rät seltener falsch.

Die eingeladene Person belohnen: Apples Angebotscodes

Soll die eingeladene Person etwas bekommen, sind Apples Angebotscodes der dafür gedachte Weg. Ein paar Fakten aus der App-Store-Connect-Hilfe:

  • Es gibt sie für automatisch verlängerte Abos und außerdem für Verbrauchsartikel, Nicht-Verbrauchsartikel und nicht verlängernde Abos.
  • Pro App sind bis zu 10 aktive Angebote möglich, mit einer Grenze von 1 Million Codes pro App und Quartal.
  • Einmal-Codes laufen nach höchstens sechs Monaten ab; jede Person kann einen Code pro Angebot einlösen.

Angebotscodes sind ein Rabatt-Werkzeug, kein Zuordnungs-Werkzeug: Sie zeigen dir, dass jemand einen Rabatt eingelöst hat – nicht, wer ihn eingeladen hat. Um zu wissen, wer die Provision bekommt, brauchst du weiterhin deinen eigenen Empfehlungscode.

Wie Google Play es sieht

Googles Richtlinie User Ratings, Reviews, and Installs verbietet, Bewertungen, Rezensionen oder Installationszahlen „by illegitimate means, such as fraudulent or incentivized reviews and ratings" zu steigern, und verbietet „incentivizing users to install other apps as the app's main functionality". Empfehlungsprogramme werden nicht gesondert erwähnt. Das gleiche Design, das durchs App Review kommt – einladende Person belohnen, keine Belohnung für Bewertungen, keine Fake-Installationen –, funktioniert auch bei Google Play.

Ein Design, das auf der sicheren Seite bleibt

Zusammengefasst sieht ein Empfehlungsprogramm, das zum Richtlinientext und zur Praxis von App Review passt, so aus:

  1. Jeder Nutzer bekommt einen eigenen Code und teilt ihn über das System-Teilen-Menü.
  2. Der neue Nutzer gibt den Code ein – im Onboarding oder über einen Link, wenn die App schon installiert ist.
  3. Nur die einladende Person wird belohnt, und nur, wenn der neue Nutzer tatsächlich zahlt.
  4. Die Belohnung ist eine Provision außerhalb der App (oder ein Apple-Angebot, wenn du eine In-App-Belohnung willst).
  5. Selbstempfehlungen sind blockiert, und Provisionen warten die Erstattungsfrist ab, bevor sie fällig werden.
  6. Erstattungen stornieren die Provision.

Genau darauf ist AppThunder Referrals aufgebaut: generierte Codes, Provisionen nur für die einladende Person, 30 Tage Haltefrist, Stornierung bei Erstattung, blockierte Selbstempfehlungen und Exporte, die du selbst auszahlst. Die Zuordnung ist deterministisch: Eine Empfehlung zählt nur, wenn wirklich ein Code ankommt – ohne Fingerprinting und ohne Wahrscheinlichkeits-Matching.

Checkliste vor dem Einreichen

  • Keine Premium-Funktion wird per eigenem Code freigeschaltet – Belohnungen in der App laufen über In-App-Kauf, Werbeangebote oder Angebotscodes (3.1.1)
  • Niemand muss bewerten, rezensieren oder eine andere App laden, um eine Belohnung zu bekommen (3.2.2(x))
  • Die eingeladene Person wird nicht nur fürs Installieren oder Registrieren belohnt
  • Einladungen gehen einzeln und auf Initiative des Nutzers raus; kein Kontakt-Upload, kein „alle auswählen" (5.1.2(v))
  • Selbstempfehlungen sind blockiert, Auszahlungen warten die Erstattungsfrist ab (5.6.3)
  • Das Programm ist in den Notes for Review beschrieben (2.3.1(a))
  • Die Bedingungen des Programms (wer bekommt was, wann) sind in der App sichtbar

FAQ

Darf ich sowohl die einladende Person als auch den Freund belohnen? Die einladende Person ja. Beim Freund vermeide eine Belohnung fürs Herunterladen oder Registrieren; ein Rabatt beim Abo-Abschluss über einen Apple-Angebotscode ist der sauberere Weg.

Darf ein Empfehlungscode einen Gratismonat meines Abos freischalten? Nicht mit eigener Freischalt-Logik – genau das schließt 3.1.1 aus. Nutz stattdessen einen Angebotscode oder ein Werbeangebot.

Ist eine Auszahlung in Geld an Empfehlungsgeber erlaubt? App Review hat erklärt, dass die Belohnung der einladenden Person zulässig ist. Eine außerhalb der App ausgezahlte Provision schaltet in der App nichts frei. Achte auf klare Teilnahmebedingungen und kläre die steuerliche Seite der Auszahlungen.

Muss ich App Review das Empfehlungsprogramm erklären? Ja. Beschreib es in den Notes for Review; allgemeine Beschreibungen neuer Funktionen können nach 2.3.1(a) abgelehnt werden.